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Älteste Freiwillige Feuerwehr des Landes Brandenburg
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Historie

1945 Neuanfang nach Kriegsende

Leider ging der Krieg auch an der Wriezener Wehr nicht spurlos vorüber. In den letzten Kriegstagen mußte die Wehr wiederholt zu Einsätzen nach Berlin. Durch diese Kriegswirren verlor die Wehr nicht nur fast die gesamte Ausrüstung, sondern auch viele gute Feuerwehrmänner mußten ihren Einsatz in den letzten Kriegsmonaten als sinnlose Opfer des Krieges mit ihrem Leben bezahlen.

Ja, unsere Stadt selbst litt furchtbar unter den Kriegseinwirkungen. Die Stadt wurde etwa zu 85 % zerstört - und dies erst in den letzten Kriegstagen.

Max Heene und Franz Reichmuth waren es, die in unermüdlichen Einsätzen zunächst die Funktionsfähigkeit der städtischen Betriebswerke wieder herstellten und dafür sorgten, daß auch Wriezen wieder Gas und Wasser erhielt.

Bei Max Heene, der seit dem 1.9.1924 Mitglied der Wehr war. setzte sich seine Liebe zur Feuerwehr durch. Er scharte eine kleine Gruppe von Feuerwehrleuten um sich und somit ist es ihm zu verdanken. daß bereits im Juni 1945 die erste Feuerwehrversammlung stattfand.

6 Kameraden fanden sich auf dem Schulhof in der Krausenstraße unter der großen Kastanie ein und beschlossen, an die alten Traditionen der Wriezener Feuerwehr

- im Geiste von Albert Mahler -

anzuknüpfen. Sie stellten sich selbstlos der guten Sache zur Verfügung.

Und dies, obwohl zu diesem Zeitpunkt gemäß dem Befehl Nr. 2 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) jegliche Vereinsbildung unter Strafe gestellt war.

Max Heene und seine Kameraden übernahmen ein schweres Erbe. Es fehlte an allem. In unermüdlicher Kleinarbeit wurden die weit verbreiteten und überall herumliegenden Löschgeräte und Feuerwehrschläuche aufgestöbert, zusammengetragen und wieder soweit hergerichtet. daß sie im Ernstfalle einsatzbereit waren.

Eine bereits außer Dienst gestellte Handdruckspritze (die heute noch im Besitz der Wehr ist), der Hydrantenwagen und weitere Geräte wurden mit einfachsten Mitteln wieder hergerichtet, um dem Brandschutz und der Feuerbekämpfung wieder nutzbar zu sein.

Zu den ersten Einsätzen nach dem Krieg fuhren die Kameraden mit dieser pferdebespannten Druckspritze. Wenn auch von einigen Spießbürgern belacht, ließen sich die Männer nicht entmutigen und stellten ihre ganze Kraft dem Aufbau des Feuerlöschwesens zur Verfügung.

Am 12. Oktober 1947 wurde durch die Brandenburgische Landesregierung das "Gesetz über das Feuerlöschwesen und den Katastrophenschutz" erlassen.

Am 22. Dezember 1948 wurde Max Heene auf der Grundlage dieses Gesetzes darin auch offiziell durch die damalige Landesregierung Brandenburg als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Wriezen bestätigt.

1955, zum 100. Jahrestag der Gründung der Wehr war es noch untersagt, eine Ehrung am Denkmal für Albert Mahler vorzunehmen - so legten mehrere Kameraden einige Mark zusammen. kauften einen Kranz und schmückten im Schutze der Dunkelheit das Denkmal.

Am 18. Januar 1956 wurde das erste Brandschutzgesetz vom Innenministerium der DDR erlassen.

Auf der Grundlage dieses Gesetzes wurden in den Jahren 1956 und 1957 ca. 30 junge Männer zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Zu den Kameraden, die aus dieser Verpflichtung heraus zu den Trägern des Feuerlöschwesens der Stadt wurden, zählten insbesondere die Kameraden Heinz Hamann, Paul Jahnke und Erich Sandow.

Ein Jahr später traten dann Horst Schirrmeister und 1960 unser heutiger Offizier für Ausbildung und Einsatz, Günter Galle, der Wehr bei.

In den Jahren von 1958 bis 1961 arbeiteten Max Heene, Franz Reichmuth und Heinz Schröder im sogenannten "Zentralkommando", einer Institution, vergleichbar mit den Wirkungsbereichsleitungen und heutigen Amtsbereichen. Sie organisierten und gaben den umliegenden Dorfwehren Anleitung und Hilfe.

Während dieser Zeit wechselte die Wehrführung häufig. In den Jahren 1958 und 1959 wurde die Wehr von Konrad Bartsch geleitet. Die weitere Wehrleitung lag dann für etwa ein Jahr in den Händen von Fritz Genschmar. Nach seinem Ausscheiden im Jahre 1961 übernahm eine Troika die Wehrleitung. Ihr gehörten an:

Max Heene, Alfred Stein, Heinz Schröder.

Heinz Schröder übernahm im Jahre 1966 die Wehrleitung, die er bis 1975 inne hatte. Unter seiner Führung entwickelte sich die Wehr wieder zu einer straff organisierten Einheit.

Außerdem wurden auf seine Initiative hin bereits Anfang der 60er Jahre wesentliche Verbesserungen im sozialen Umfeld der Wehr geschaffen.

So wurde zunächst eine Wohnung für einen Feuerwehrkameraden im Dachgeschoß des Gerätehauses ausgebaut und anschließend der Schulungs- und Versammlungsraum hergerichtet, der noch heute mit einigen der damals in Eigenleistung gefertigten Einrichtungsgegenständen ausgestattet ist.

Das  zeigt die Kameraden (v.1.n.r. hinten: Horst Schirrmeister, Heinz Hamann. Horst Merkert, Wolfgang Kentel, vorn: Heinz Schröder, Max Heene und Alfred Stein bei der Einweihung des Schulungs- und Versammlungsraumes im Jahre 1964.

Seit dem Jahre 1975 bekleidet Ernst Bläsing das Amt des Wehrleiters - seit 1993 Amtsbrandmeister und Wehrführer der Wriezener Wehr. Der Kamerad Bläsing trat am 18.1.1958 in die Freiwillige Feuerwehr Kerstenbruch ein. Aufgrund seiner Tätigkeit in der ehemaligen MTS (später Kreisbetrieb für Landtechnik) in Wriezen, leitete er die dortige Betriebslöschgruppe.

Mit seinem Umzug nach Wriezen trat er dann Mitte der sechziger Jahre in die Freiwillige Feuerwehr Wriezen ein.

Unter seiner Führung konnte trotz der personellen Probleme stets eine hohe Einsatzbereitschaft gesichert werden. Auch in schwierigen Situationen bewies er hohes Feuerwehrfachwissen und Umsicht bei der Einsatzleitung in ungezählten Einsätzen.

Zu den Ehrenmitgliedern der Wriezener Wehr gehören heute noch die Kameraden Alfred Stein und Heinz Hamann.

Alfred Stein begann seinen Feuerwehrdienst bereits 1939 in der damaligen Feuerwehr-Hitlerjugend. Er wurde mit 16 Jahren, 1942 Feuerwehrmann. Er war der erste Gerätewart unseres Feuerwehrdepots und bezog als Erster die dort errichtete Wohnung.

Aus gesundheitlichen Gründen mußte er diese Funktion im Jahre 1979 abtreten.

Heinz Hamann seit dem 15.2.1956 Mitglied der Wehr, gehörte zu den Aktivisten, der im Jahre 1956/57 verpflichteten Männer. Er war zunächst Gruppenführer und seit Mitte der 60er Jahre Mitglied der Wehrleitung.

In den siebziger Jahren setzte er seine Kraft vor allem im Bereich des "Vorbeugenden Brandschutzes" ein.

Nun noch einige Anmerkungen zur technischen Ausrüstung der Wehr vom Jahre 1956 bis zur Gegenwart:

Mit zunehmender Normalisierung des täglichen Lebens nach dem Hochwasser des Jahres 1947 verbesserte sich auch die Ausrüstung und Ausstattung der Wriezener Feuerwehr, wenn auch anfangs nur schrittweise.

Es sollen hier nur einige Beispiele für die Zuführung neuer Technik angeführt werden:

1956    LF 8, TS 8, STA (Bild 24)

1971    TLF 16, S 4000

1985    LF 8, TS 8, STA (LO) und TLF 16 W 50

1988    LF 8, TS 8, STA (LO), KLF - B 1000

1989    DL 25 / S 4000

1992    LF 16 / W 50, Mereedes für Katastrophen-Einsätze (LF 16/TS 8)

1994    Mercedes Benz L 409 Hilfsrüstwagen

1995    Mercedes Benz TLF 16 / 45-W

Durch die Bereitstellung dieser neuen Technik erhöhte sich die Einsatzbereitschaft wesentlich. Die Ausrückezeiten konnten deutlich gesenkt werden.

Jetzt wurde der Dienst wieder interessanter und die Kameraden nahmen freiwillig und regelmäßig an der Ausbildung teil.

Im Sommer 1956 erfolgte die Übergabe eines neuen Löschfahrzeuges mit Schlauchtransportanhänger und voller Ausrüstung. Der Ausbildungsstand konnte stetig verbessert werden und bald gehörte unsere Wehr zu den Besten der örtlichen Brandschutzorgane.

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